April 2022

Bezaubernde Landschaften im Mostviertel Naturpark Ötscher-Tormäuer

Rund um den weithin sichtbaren Ötscher, das Wahrzeichen des Mostviertels, entstand 1970 der Naturpark Ötscher-Tormäuer. Er ist 170 Quadratkilometer groß und damit der größte Naturpark Niederösterreichs – und für viele auch der eindrucksvollste.

Was Naturgenießer und Bergabenteurer im Naturpark Ötscher-Tormäuer gleichermaßen beeindruckt, ist die ursprüngliche Natur. Das Wechselspiel aus bizarr geformten Felsen, tiefen Schluchten, Wasserfällen, Höhlen, ruhigen Wäldern, Almen, Seen und herrlichen Aussichtspunkten.

Benannt ist der Naturpark nach der höchsten Erhebung im Naturpark – dem 1.893 m hohen Ötscher. Das Wort „Ötscher“ ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Vaterberg“. Den Namen erhielt der Berg wohl wegen seiner majestätischen Statur. Von Norden und Süden aus zeigt er sich wie ein breiter, wuchtiger Rücken. Von Osten gibt er sich elegant wie eine Pyramide.

Geheimtipp Tormäuer

Auf schmalen Pfaden, angelegt von den Holzknechten die Generationen vor uns das Gebiet um den Ötscher besiedelten, lassen sich die idyllischen Tormäuer erwandern. Steile Felswände, Wasserfälle und türkisblaues Wasser säumen die Wanderungen, die als echter Geheimtipp gelten und schaffen Orte der Ruhe und der Kraft gleichermaßen.

Die Ötschergräben – Der „Grand Canyon Österreichs“

Außergewöhnlich sind auch die tiefen Taleinschnitte, besonders die Ötschergräben, die auch als „Grand Canyon Österreichs“ bezeichnet werden. Das Kalkgestein des Ötschermassivs beherbergt zudem das bedeutendste Höhlensystem Niederösterreichs, einige der Höhlen – wie die Ötscher Tropfsteinhöhle – sind zugänglich. Diese einzigartige Landschaft ist prädestiniert für herrliche Wanderungen – dementsprechend beliebt ist etwa auch die Route durch die Ötschergräben (siehe Routentipp Nr. 1).

Das anlässlich der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 errichtete Naturpark Zentrum Ötscher-Basis am Eingang zu den Ötschergräben in Wienerbruck ist Hauptausgangspunkt zu zahlreichen Wandertouren im Naturpark. Um den Gästen die Bedeutung des Naturparks und die Besonderheiten von Fauna und Flora näherzubringen, laden 30 ausgebildete Naturvermittler zu Führungen und Mehrtagestouren rund um die Ötscher-Basis.

Ein absoluter Geheimtipp im Naturpark Ötscher-Tormäuer ist eine Wanderung durch die Hinteren Tormäuer ab Gösing bis nach Wienerbruck – die sogenannte Gösingrunde! Für sportlich ambitionierte Wanderer kann die Tour auch noch durch die Ötschegräben verlängert werden, um dann noch entlang des Erlaufstausees bis nach Mitterbach zu gelangen.

Fotos: Niederösterreich Werbung, Andreas Jakwerth, Stills&Emotions - Rudy Dellinger

 

Weitere Highlights im Naturpark

  • Beliebte Unterkünfte im Naturpark sind etwa das Schutzhaus Vorderötscher und das Feriendorf Sulzbichl. Während ersteres nur zu Fuß erreichbar und beliebtes Nächtigungsziel bei Wanderern ist, stellt das Feriendorf Sulzbichl am Naturpark-Eingang vor allem für Schülergruppen und Kinder eine beliebte Unterkunft dar.
  • Traumhafte Ausblicke und herrliche Kulinarik liefert das Terzerhaus am Gipfel der Gemeindealpe – gleichzeitig Zwischenziel vieler erlebnisreicher Wanderungen im Naturpark. Ins Tal geht es dann rasant – mit spektakulären Mountaincarts.
  • In nebelfreier Hochlage liegt über der Ortschaft St. Anton an der Jeßnitz das Almhaus Hochbärneck im gleichnamigem Weidegebiet. Neben der aus drei Almflächen bestehenden Weide gibt es einen Kräutergarten für Gartenliebhaber, einen Aussichtsturm für Rundumblickende, eine Sternwarte für Sternengucker und das Almhaus für Ausflugs- wie Nächtigungsgäste.
  • Abseits der Tormäuer und Ötschergräben stehen im Naturpark zahlreiche weitere Wandertouren für die ganze Familie zur Verfügung.

Wilde Wunder inklusive

Wer die vielen „wilden Wunder“ im und rund um den Naturpark Ötscher-Tormäuer auf vorteilhafte Weise entdecken und ausprobieren möchte, profitiert von der kostenlosen „Wilde Wunder Card“. Sie gilt als Eintrittskarte für über 55 Attraktionen, Genuss- und Abenteuerprogramme und für Liftfahrten. Mit der „Wilde Wunder Card“ fährt man außerdem mit dem Bus, dem Ötscherland-Express und der Mariazellerbahn um 50 Prozent ermäßigt.

Die Karte gilt von Anfang Juni bis Ende Oktober, bei einigen Gastgebern ausschließlich im Juli und August. Zu kaufen gibt es die Karte nirgendwo – alle Gäste, die bei einem der mehr als 70 „Wilde Wunder-Gastgeber“ in der Mostviertler Bergwelt, im Pielachtal oder in Mariazell wohnen, erhalten sie gratis.

Anreise: Umweltfreundlich unterwegs

Mit der Mariazellerbahn war und ist der Naturpark Ötscher-Tormäuer bereits optimal an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Die sieben Naturpark-Stationen sind: Winterbach, Puchenstuben, Gösing, Reith, Wienerbruck, Erlaufklause und Mitterbach. Zwischen Mariazell – Erlaufsee – Lackenhof verkehren außerdem Wandertaxis.

Tipp: Am besten lässt sich der Naturpark mit dem Tagesangebot „1 Tag Naturerlebnis“ entdecken. Fahrt mit der Mariazellerbahn, regionale Wanderjause und Eintritt im Naturpark inklusive.